Off-Topic: Geheimer Fetisch von Radsportlern?

Die Praxis, sich als Rennradfahrer die Beine zu rasieren, kam mir immer suspekt vor. Ich ging davon aus, dass es ein geheimer Fetisch ist, unter dem Deckmantel des Radsports, konnte meine These aber nie untermauern. Bestimmt finden es einige Sportler toll, aber gleich einen Fetisch und eine Verschwörung zu unterstellen, liegt nicht in meinem Wesen.

Mit den Jahren lernt man doch einige Menschen kennen. Unter anderem waren auch Rennradfahrer dabei. Auf diese Praxis vor dem Rennen angesprochen, erzählten mir alle einheitlich, dass es damit zu tun hat, dass beim Sturz die Wunde besser zu reinigen ist und die Gefahr vermieden wird, dass Haare in die Wunde wachsen. Der Heilungsprozess soll angeblich auch schneller verlaufen.

Mit meinem wirtschaftlich und technisch geprägten Backround konnte ich mich mit dieser These aber nicht zufrieden stellen. Ich habe mich immer gefragt, ob die Haare auch eine Auswirkung auf die Aerodynamik und somit auf die Geschwindigkeit und den Energieverbrauch haben.

Nun endlich hat das Warten ein Ende und zwei Mitarbeiter vom kalifornischen Bike-Hersteller Specialized sind dieser Frage in ihrem Windtunnel nachgegangen. Sie testeten eine Reihe von Sportlern mit unterschiedlichen Haarwuchs. Insgesamt mussten die Sportler 10 Mal mit Beinbehaarung und 10 Mal ohne Beinbehaarung im Windtunnel fahren. Das Ergebnis ist überraschend. Auf einer Distanz von über 40 km hat man eine Differenz von 832 Sekunden gemessen. Sportler am unteren Limit des Leistungsbereiches konnten immerhin noch 50 Sekunden rausholen. Nachdem hunderte Stunden im Windtunnel verbracht wurden und die Ergebnisse ausgewertet wurden, konnte man einen Durchschnittswert von 50 Sekunden auf 40 Kilometer vorweisen, nur wegen der fehlenden Beinbehaarung. Amazing.

Vorschaubild: Dieter Schütz / pixelio.de

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