Sollten Kinder eBike fahren?

Diese Thema wird aktuell heiß diskutiert. Auch Freunde kamen schon auf mich zu und fragten nach Anbietern von Kinder-eBikes. Das Hauptargument war meistens die gemeinsame Radtour der Familie mit Kindern. Die Kiddies sollen auf längeren Touren nicht die Lust und den Anschluss an die Gruppe verlieren.

Ich wurde am Wochenende angefeindet, als ich meinen Sohn mit dem eBike zum Handballturnier brachte. „Das ist ja typisch, der faule Vater auf dem eBike und das Kind muss strampeln“, wurde mir zugerufen. Dass ich aber die Unterstützung abgeschaltet hatte, konnte keiner sehen. Und auf dem Heimweg habe ich uns beide dann gemütlich mit Motorunterstützung den Berg (14% Steigung) hinaufgeschoben. Mein Sohn nennt dieses Manöver immer „dock-dock“, ich fahre leicht versetzt links neben ihm und schiebe ihn mit der rechten Hand an seinem Rücken. Das kennt er bereits von den ersten längeren Radtouren (ohne eBike).

Als Vater würde mir die hohe Geschwindigkeit und das hohe Gewicht Sorgen bereiten. Das Sicherheitsgefühl und die Verantwortung anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber wächst mit zunehmendem Alter und Jahren der Praxis. Ich möchte mir nicht ausmalen, was alles passieren könnte. Als Vergleich kann man das Mofa heranziehen. Ein Mofa gilt in Deutschland als Fahrrad mit Hilfsmotor bis 25 km/h und wird nach der EG-Fahrzeugklasse als Kleinkraftrad eingeordnet. Dieses darf mit Mofa-Prüfbescheinigung ab einem Alter von 15 Jahren gefahren werden. Diese Altersbegrenzung hat sicherlich einen Sinn.

Zudem sind Kinderfahrräder im Verhältnis zum Körpergewicht des Kindes sehr schwer. Wenn zusätzlich noch ein Antriebssystem mit Motor und Batterie verbaut wird, dann kommen locker nochmals 5-6 kg hinzu.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft meinem nun fast 10-jährigen Kind ein neues Bike gekauft habe. Sie wachsen viel zu schnell aus ihren Kinder- und Jugendrädern raus, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass Eltern dann nochmals ein paar Hunderter mehr auf den Tisch legen, um ein eBike zu erwerben.

Trotzdem gibt es Anbieter, die sich auf eBikes für Kinder und Jugendliche spezialisiert haben. Das Unternehmen AMPERUM GmbH aus Giesen zum Beispiel bietet unter der Marke ben-e-bike 20 bis 26 Zoll eBikes an, die auf die Bedürfnisse der Kleinen angepasst sind.

Kinder eBike 20 Zoll ben-e-bike

Spezielle Hinterradmotoren und Batterien sorgen dafür, dass das Gesamtgewicht nicht den Rahmen sprengt. Der bürstenlose Direktantrieb im Hinterrad wiegt nur 2,1 kg und ersetzt zudem die Freilaufnabe, wodurch sich das Mehrgewicht auf ca. 1,7 kg reduziert. Die Energie der Batterie wurde dem Gesamtgewicht des Rades und des Kindes angepasst. Zwei Varianten sind verfügbar: 175 Wh (970g) oder 250 Wh (1,33 kg). Der kleinere sollte für ausgiebige Tagestouren schon ausreichen.

Als besonderes und meines Erachtens wichtigste Besonderheiten zählen die Funktionen, die maximale Motorleistung an das Fahrergewicht anpassen zu können und die variable Einstellmöglichkeit der maximalen Unterstützungsgeschwindigkeit zwischen 10 – 25 km/h.

So kann man auch die Tagestour mit Kindern genießen und das Gefahrenpotenzial minimieren.

Bild: AMPERUM GmbH

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