Solarmobil: solare Mobilität aus Fahrradteilen

Überall nachzubauen, größtenteils aus Standard Fahrradteilen – Open Source Gedanke. Die Idee von Matthias Köchl ist bestechend einfach: Ein mit Solarstrom betriebenes Fahrzeug aus Fahrradkomponenten. Modular als Bausatz. 2 Personen nebeneinander und ein Lenkhebel in der Mitte, der Fahrvergnügen durch Abwechslung beim Lenken garantiert. Ein Solardach mit Hochleistungs-Solarzellen mit 21% Wirkungsgrad holt aus 4,8 Quadratmetern Fläche 1.000 Watt Solarleistung heraus. Mit 600 Watt Motorleistung ist das Fahrzeug in Österreich als Pedelec eingestuft.

Das Solarmobil befindet sich derzeit noch in der Konzeptphase und soll demnächst in einem Prototyp umgesetzt werden. Um der Vision des modularen Aufbaus aus Standard Fahrradkomponenten gerecht zu werden, spricht der Erfinder momentan mit Herstellern, um den bestmöglichen Mix zu finden.

solarmobil

Technik

25km/h Geschwindigkeit, knapp 1.000 Watt Solarleistung (21% Wirkungsgrad), 600 Watt Motorleistung (Radnabenmotor) rechtlich in Österreich ein Fahrrad, durch Tretpedale als Pedelec eingestuft. Lenkung mit einem Hebel, dadurch können sich Fahrer und Beifahrer abwechseln. Bei Sonnenschein fährt das Fahrzeug „unbegrenzt“ mit der Kraft der Sonne. Auch ein kleiner Bufferakku ist eingeplant.

Um das Solarfahrzeug auch in anderen Ländern als Fahrrad auf der Straße bewegen zu können, wird das Solarmobil entsprechend der länderspezifischen Gesetzgebung mit unterschiedlichen Hinterradmotoren angeboten:

Österreich: 600 Watt
Deutschland: 250 Watt
Schweiz: 500 Watt

Die Renderings sehen toll aus, die Vision ist fantastisch – Das Konzept hat aber noch seine Tücken. Gerade in urbanen Räumen fehlen Abstell- und Parkmöglichkeiten für Fahrzeuge. Nach Angaben von Matthias Köchl benötigt das Solarmobil den selben Raum, wie ein VW Bus. Vielleicht entfaltet das Solarmobil im ländlichen Raum sein Potenzial.

Ich will hier nicht als Bedenkenträger wahrgenommen werden, aber konstruktive Kritik hat noch niemanden geschadet. Bei dem knapp 5 Quadratmeter großen Dachpanel mit den Photovoltaikzellen fallen mir sofort einige Stichpunkte ein: Standfestigkeit bei Wind, Anzahl der Sonnenstunden in Deutschland, Vandalismussicherheit.

Wir haben schon an anderer Stelle über solare eBikes und Möbel berichtet und auch da war eine Herausforderung, dass die Solarpanele das eBike bei Wind zum Umfallen gebracht haben. Und jeder, der ein Cabrio sein Eigen nennt, wird die Angst vor Neidern und Vandalismus kennen.

Trotzdem wünschen dem Solarmobil viel Erfolg und freuen uns auf den Zeitpunkt, wenn uns eins auf der Straße begegnet.


Bildergalerie


Über Mathias Köchl

Matthias KöchlMatthias Köchl hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt / Österreich studiert. Er gehört der Partei „Die Grünen“ an und engagiert sich politisch und gesellschaftlich in seiner Heimat. Er ist im Gemeinderat von Krumpendorf am Wörther See und Abgeordneter zum Nationalrat in Österreich.

Matthias Köchl ist seit 2006 Präsident von EUROZEM – Europäisches Zentrum für Solare Mobilität und Gründungsmitglied von EUROSOLAR-Kärnten.

 

Bilder: Matthias Köchl

 

Kommentarfunktion ist geschlossen.