Solarchopper – vom Designwettbewerb zum Prototyp

Vom Designwettbewerb zum Prototyp – und hoffentlich bald auch auf deutschen Straßen und an Strandpromenaden.

Begonnen hat alles im Jahr 2006 mit dem Baltic Design Transfer Wettbewerb zum Thema „Mobilität der Zukunft“. Ziel war die Förderung der Designkompetenzen von Wirtschaft und Wissenschaft, sowie die Unterstützung junger Talente im Ostseeraum.

Der Berliner 3D-Designer Frank Dobbert war schon immer von dieser Form der Mobilität begeistert und davon überzeugt, in Eigenregie etwas auf die Beine zu stellen. An diesen innovativen Produkten und dem Entwicklungsprozess des Sonnenfahrrades möchten wir Euch teilhaben lassen.

Herr Dobbert hatte mehrere Design-Ideen eingereicht, unter anderem das Sonnenfahrrad. Sein Ziel war die Erschaffung eines stylischen energieautarken Elektrofahrrades mit integriertem Witterungsschutz. Die Umsetzung in die Tat erfolgte dann ab 2010.

Sonnenfahrrad Designentwurf Wettbewerb 1024

Der Fokus dieser Entwicklung lag auf dem Solardach, bei dem verschiedene Herausforderungen zu nehmen waren. In verschiedenen Schleifen über zwei Prototypen hinweg, hat sich der Berliner Ingenieur Frank Dobbert bis an die heutige Variante herangearbeitet. Zur Veranschaulichung der vielfältigen Verwendung der Entwicklung wurden neben den klassischen Zweirädern auch weitere Anwendungsgebiete aufgezeigt. Ob am eBike, am Strand oder auf dem Balkon – es kommen bestimmt noch einige Möglichkeiten dazu.

Die erste Variante besaß noch ein korbförmiges Dachgestell, von dem man aber aufgrund des Gewichtes und der Größe Abstand genommen hat. Eine neue Lösung musste her, denn neben den beschrieben Nachteilen muss heutzutage auch dem Vandalismus vorgebeugt werden. Die Lösung für die weiteren Varianten war daher ein abnehmbares Solardach.

Sonnenfahrrad Prototyp 2010

Auf dem Solardach des aktuellen Modells (2013er Prototyp) sind 2 CIGS Folien-Module mit jeweils 21 Wp Maximalleistung verbaut. Diese Module ermöglichen größere Biegeradien und sie sind sehr robust. Auf Standardglasmodule wurde von Anfang an aufgrund der Stoßempfindlichkeit und der Splitterwirkung im Straßenverkehr verzichtet. Zudem sind diese Module für die Mobilität viel zu schwer. Daher wurden für den ersten Prototypen Module auf Laminatbasis aus dem Bootsbau verwendet.

Sonnenfahrrad Prototyp 2011

Das aktuelle Dach des 2013er Prototypen ist abnehmbar und kann multifunktional Verwendung finden. Weitere Anwendungsgebiete reichen vom Balkonkraftwerk über Solarmöbel bis hin zu einer autarken solaren Strandmuschel.

Sonnenfahrrad Prototyp 2013

Das nächste Ziel der Weiterentwicklung, die dann im vierten Prototyp mündet, ist ein einziehbares Dach. Somit soll bei stärkeren Windböen die Standsicherheit optimiert und die Dachleistung auf 100 Wp erhöht werden.

Eine eigene Feldstudie über mehrere Sommer hat dem Entwickler bestätigt, dass man autark mit Solarstrom fahren kann. Zwar sind die PV-Module nicht leistungsstark genug, um den Motor direkt zu versorgen, jedoch ist die Pausenzeit am See oder am Strand ausreichend, um den Akku wieder aufzuladen.

Das Solardach ist ein optimaler Range Extender für alle, die Ihre eBike-Touren mit genügend Pausenzeit planen und ein geschätzter Sonnenschutz.

Auf der Basis der bisherigen Entwicklung soll die Palette erweitert werden. Neben verschiedenen Solar-eBikes wie z.B. Chopper, Klappräder, Lasten-eBikes und Verleih-eBikes sind auch solare Anhänger, die mit den unterschiedlichsten Funktionen ausgestattet sein können: Solarmöbel, Solarsonnenschirm, Solarbeleuchtung, solare Stranddisko etc.

Balkonkraftwerk Solarliege

solarstrandmuschel solarstrandstuhl

Diese Entwicklungen über das Solarfahrrad hinaus sollen in einem eigenständigen Solardesignbüro für mobile Anwendungen gebündelt werden. Die eigenen Produkte werden dann mit kompetenten Partnern zusammen hergestellt und vertrieben. Darüber hinaus wird das Designbüro auch Auftragsentwicklungen bearbeiten.

solarklapprad web 1024

Neben dem Solarchopper wurde zusätzlich ein Solarklapprad gebaut. Die hier vorgestellten Solar-eBikes sind unverkäufliche Prototypen und werden uns bestimmt demnächst in Serienreife auf der Straße oder am Strand begegnen.

Das aktuelle Projekt ist die Umsetzung der Idee eines Solartrolleys als Anhänger für das Fahrrad. Der Anhänger dient entweder als eigenständiger Schatten-, Strom- und Lichtspender für Picknick, Balkon, Terrasse, Park und Strand oder als Andocksolardach für vorhandene Garten- und Strandmöbel. Im Dach sind wie bei den anderen Solarmöbeln eine Powerbank und Beleuchtung integriert. Anschlüsse in 5 V USB und 12 V zum Laden und Betreiben entsprechender Geräte sind ebenso vorhanden.

Solartrolley Frank Dobbert

Für die Industrialisierung der vorhandenen Produkte und für weitere Ideen ist der Entwickler auf der Suche nach Kooperationspartnern und Herstellern.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gibt es unter www.sonnenfahrrad.de und www.strandkraftwerk.de.

Bilder: Frank Dobbert

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