MIFA – neues von der Front | Sanierung und Mindestlohn

Hoch her geht es derzeit bei der MIFA. Das Unternehmen hat jetzt innerhalb von ein paar Monaten schon den dritten Vorstandsvorsitzenden. Eine Pressemitteilung jagt die andere und man fragt sich, was da vorgeht?

Gestern hatte die offizielle Pressestelle von MIFA eine Adhoc-Meldung rausgegeben, in der mitgeteilt wurde, dass der Vorstand Thomas Mayer, der zum 01.10.2014 eingesetzt wurde, sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegt und ein weiterer das Ruder übernimmt. In diesem Schreiben hat der Aufsichtsrat auch seinen Unmut über das Handeln des starken Insolvenzverwalters bekundet, was meines Erachtens in einer Adhoc-Meldung nichts zu suchen hat.

Das Amtsgericht Halle hat gestern am 01.12.2014 das Insolvenzverfahren über den Fahrradhersteller MIFA AG eröffnet und den vorläufigen Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther zum Insolvenzverwalter bestellt.

Die Presseabteilung der Kanzlei Flöther & Wissinig hat auch gleich eine eigene Pressemitteilung verteilt. Hier wird explizit erwähnt, dass man das Vertrauen von Lieferanten, Kunden und Mitarbeitern zurückgewinnen konnte. Außen vor bleiben der Vorstand und der Aufsichtsrat. Wahrscheinlich liegt hier ein Machtkampf vor, der für außenstehende nur schwer nachzuvollziehen ist.

„Unser Ziel ist es nun, den Betrieb mit Hilfe eines Investors wieder auf solide Füße zu stellen und damit den Standort und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, so die Aussage der Kanzlei Flöther & Wissing zum Ziel des Insolvenzverfahrens. Mit der Insolvenzeröffnung endet auch der Insolvenzgeldzeitraum. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter wieder selber erwirtschaften und auszahlen muss. Dennoch sind auch nach der Insolvenzeröffnung zunächst keine Entlassungen geplant. „Ganz im Gegenteil“, betont Flöther. „Ab Januar endet die saisonbedingte Kurzarbeit und wir starten wieder die volle Produktion. Dazu benötigen wir jeden Arbeitnehmer.“

Der bereits vor einigen Wochen eingeleitete Investorenprozess läuft weiter auf Hochtouren. „Wir verhandeln derzeit intensiv mit mehreren namhaften Unternehmen, die uns konkrete Kaufangebote unterbreitet haben“, so der Insolvenzverwalter. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen Investor finden, der zu MIFA passt.“ Nähere Angaben zum Stand und möglichen Abschluss des Investorenprozesses konnte Flöther nicht machen, da mit den möglichen Erwerbern Vertraulichkeit vereinbart wurde.

In Sachen Mindestlohn konnte in der vergangenen Woche eine betriebliche Vereinbarung geschlossen werden: Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2015 eingeführt, gleichzeitig wird aber die Arbeitszeit von derzeit 40 Wochenstunden auf 35 herabgesetzt. Zudem können die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit flexibler gestalten. „Diese Regelung hat für beide Seiten Vorteile“, erklärt Flöther. „Der Großteil der Mitarbeiter bekommt dank des Mindestlohns trotz weniger Arbeit zukünftig mehr Lohn. Für das Unternehmen fällt die Mehrbelastung dank der Kürzung der Wochenarbeitszeit deutlich geringer aus, so dass keine Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.“

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Vorschaubild: Thorben Wengert  / pixelio.de

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