MIFA: Landgericht Halle bestätigt Aufhebung der Eigenverwaltung

Das Landgericht Halle hat die Aufhebung der vorläufigen Eigenverwaltung im Insolvenzeröffnungsverfahren über den Fahrradhersteller MIFA als „erforderlich und verhältnismäßig“ bestätigt. Damit folgte das Landgericht dem Beschluss des Amtsgerichts Halle (Saale) vom 7. Oktober, mit dem die Eigenverwaltung auf Antrag des gerichtlich eingesetzten Gläubigerausschusses aufgehoben und ein „starker“ vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. Hiergegen hatte der Vorstand der MIFA Beschwerde eingelegt. Prof. Dr. Lucas F. Flöther bleibt damit „starker“ vorläufiger Insolvenzverwalter des Unternehmens und setzt den begonnenen Sanierungsprozess fort.

„Für die Fortführung der MIFA und die Gläubiger ist der Beschluss des Landgerichts ein wichtiges Signal“, betonte Flöther. „Der bisher eingeschlagene Sanierungskurs wurde bestätigt und kann nun im Sinne der Gläubiger vorangetrieben werden.“ Flöther war es zuletzt gelungen, die Beziehungen zu Lieferanten und Kunden wieder zu stabilisieren. So verzichtet z.B. ein Schlüssellieferant zukünftig auf zusätzliche Sicherheiten bei der Lieferung, die er während der Eigenverwaltung noch eingefordert hatte. Auch die Auftragslage für das Jahr 2015 entspricht infolge der bisher umgesetzten Sanierungsmaßnahmen in etwa der Auftragslage des Vorjahrs.

Neben der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs liegt der Schwerpunkt derzeit auf der Investorensuche. „Der Investorenprozess läuft bereits auf Hochtouren“, betonte Flöther. „Uns liegen mehrere konkrete Kaufangebote namhafter Unternehmen vor, die wir derzeit intensiv prüfen.“ Bei den Interessenten handelt es sich sowohl um brancheninterne als auch branchenferne strategische Investoren. Nähere Angaben zum Stand und möglichen Abschluss des Investorenprozesses machte Flöther nicht. „Wir haben kein konkretes Zieldatum“, sagte Flöther. „Wir wollen aber rasch einen Investor finden, der zu MIFA passt.“

Die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG hatte am 29. September 2014 Insolvenz angemeldet, nachdem eine angestrebte außergerichtliche Investorenlösung gescheitert war.

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