Mahnwache gegen fatales Urteil: Lkw-Fahrer „übersieht“ Rot und tötet Radfahrer

Das Amtsgericht Tiergarten in Berlin lässt einen Berufskraftfahrer weiter fahren, der vier Sekunden nach Rot einen Radfahrer überfahren hat. Diese fatale Urteil setzt ein falsches Signal an die starken Verkehrsteilnehmer und setzt die schwachen Verkehrsteilnehmer weiter schutzlos Lkws, SUVs und Autos aus. Gegen das fatale Urteil wird am Montag Mittag vor dem Amtsgerichts Tiergarten eine Mahnwache errichtet: mit Rollrasen, einem weißen Fahrrad, Kreuz und Blumen.

Im Sekundenschlaf die rote Ampel und dann den Radler überfahren: Lkw-Fahrer mehrfach vorbestraft. Richterin unterlässt, einen Führerschein-Entzug für den Berufskraftfahrer anzuordnen. Das setzt das falsche Signal für alle Kfz-Lenker. Dieses Urteil gibt dem „Panzer“-Fahrer den Freibrief, selbst bei Todesfolge mit Anwalt und genügend Geld glimpflich davon zu kommen.

„Der Skandal ist, dass wir als schwache Verkehrsteilnehmer weiter dem stärkeren Verkehrsteilnehmer schutzlos ausgeliefert sind – mit Rückendeckung von Staatsanwalt und Richterin“, so Heinrich Strößenreuther von der Initiative clevere Städte.

Am Montag Mittag, 12 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Turmstraße 91 in Berlin, wird ein Grabmahl errichtet, mit etwas Rollrasen, einem Geisterfahrrad, einer Mahntafel, Blumen.

Vorbereitung Mahnwache

„Die Gerichte müssen ein klares Signal an Berufskraftfahrer aussenden: Fahrlässiges Verhalten mit Todesfolge, aus welchen Gründen auch immer, muss mit Führerscheinentzug bestraft werden“, so Strößenreuther.

Aus dem Facebook-Aufruf der Initiative Clevere Städte

„Wenn Du mit 5.250 Euro davon kommst, deinen Führerschein als Berufskraftfahrer behalten darfst, obwohl du einen Menschen grob fahrlässig im Verkehr getötet hast – dann wurde ein zu mildes Urteil gesprochen. Wenn Staatsanwälte weniger als Richter fordern, wenn eine Richterin ihre Signalfunktion nicht nutzt, dann muss was passieren. Wem es auch reicht: Eine Beerdigung braucht Blumen, Kreuze, Rasen, Erde und Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denn in der Mittagspause geht das.

 Zu oft passieren Rechtsabbieger-Unfälle, werden Radfahrer von Taxi-Fahrern geschnitten, stehen Liefer-Fahrer auf Radwegen oder in zweiter Reihe ohne das geringste Schuldgefühl – das muss ein Ende haben. Deshalb setze ich am Montag ein Zeichen. Christian tut es auch. Bitte teilen, retweeten und twittern unter #AutoJustiz, was zur Beerdigung mitbringen, mit dabei sein.

 Links und Quellen:


Bilder von der Mahnwache (hinzugefügt 14:13 Uhr)


Vorschaubild: ADFC/Jens Lehmkühler
Bild im Text: Heinrich Strößenreuther

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