Kiezkaufhaus liefert Waren lokaler Händler per eBike

Die Innenstädte sterben aus, weil kleine Einzelhändler ohne angeschlossenen Onlineshop kaum noch überlebensfähig sind. Große Einkaufscenter und der Onlinehandel machen den etablierten Läden das Leben schwer. Über verschiedene Kampagnen versuchen die Städte an das Gewissen der Einwohner zu appellieren. „Lass den Click in Deiner Stadt“ ist zum Beispiel eine Initiative aus Würzburg, die den ortsansässigen Einzelhandel unterstützt und die Kunden sensibilisiert, ihre Einkäufe in der Region zu tätigen.

Gruppenbild Kiezkaufhaus Wiesbaden

Ein weiteres interessantes Beispiel ist das Experiment vom Kiezkaufhaus aus Wiesbaden. Hier wird vorgemacht, wie man die Vorteile vom bequemen Onlineshopping nutzt und gleichzeitig dem Einzelhandel seine Daseinsberechtigung lässt. Schneller als Amazon und Co. ist die Lieferung der Waren. Klimaneutral und noch am selben Tag verspricht das Kiezhaufhaus. Dabei kommen eLastenräder zum Einsatz, die Lebensmitteln, Delikatessen, Wein, Bücher, Designartikeln bis hin zu Schreibwaren und Kosmetik nach Hause bringen.

Kiezkaufhaus Wiesbaden Sortiment Instrumente

Auf der Webseite kann man sich im liebevoll gestalteten Shop umschauen. Hier werden handverlesene Sortimente lokaler unabhängiger Fachgeschäfte aus Wiesbaden feilgeboten. Egal, bei welchem Händler man bestellt, es landet alles in einer gemeinsamen Einkaufstasche packen. Die Bestellung wird im Anschluss an die Händler weitergeleitet und die Ware zusammengestellt. Freundliche Rentner auf Lasten-E-Bikes fahren die einzelnen Händler ab und sammeln alle Einkäufe ein. Sie packen die Einkäufe in eine große Tasche, die noch am selben Tag ausgeliefert wird. Direkt an der Tür wird dann die Bezahlung in Bar oder per EC-Karte vorgenommen.

Kiezkaufhaus Wiesbaden Sortiment Wein

Wer steckt dahinter?

Die Idee vom Kiezkaufhaus stammt initial aus dem „Shared-Value-Team“ bei Scholz & Volkmer. Da die Idee so überzeugt hat, wurde kurzerhand beschlossen, sie zu realisieren und in Wiesbaden zu testen. Einer der ersten Schritte war dabei die Bachelor-Arbeit von Gloria Kison und Tobias Heinemann an der Hochschule RheinMain. Nach mittlerweile über einem Jahr intensiver Arbeit und einem Projektvolumen seitens Scholz & Volkmer von über 50.000 Euro steht ein funktionsfähiger Prototyp sowie ein Team von engagierten Mitstreitern bereit.

Bei der Suche nach geeigneten E-Bikes kam die Firma City-Bike und Michael Gediga mit ins Spiel. Er ist heute unter anderem verantwortlich für die Logistik und damit für die Auslieferung der Waren an den Kunden. Um überhaupt starten zu können, wurde für das laufende Geschäft eine eigene Firma gegründet. Michael Volkmer und Michael Gediga haben sich vorgenommen, Kiezkaufhaus ein halbes Jahr gemeinsam zu betreiben. Danach – so ist der Plan – soll das laufende Geschäft in eine andere Geschäftsform übergeben werden.

Bilder: Kiezkaufhaus

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