Frankreich fördert Fahrradpendler

Frankreich plant in den kommenden Jahren eine umfassende Förderung des Radverkehres. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, wurde mit dem “plan d’action pour les mobilités actives” ein Maßnahmenpaket beschlossen, welches es in sich hat. Langfristige Fördermaßnahmen und der Test monetärer Anreizsysteme können so hoffentlich zum Vorbild anderer Länder und Regierungen werden.

Folgende Maßnahmen wurden beschlossen:

  • Erhöhung der Bußgelder für Parken auf Radwegen von 35 auf 135 Euro.
  • Ausbau von sicheren Radabstellanlagen an Bahnhöfen und Förderung derselben
  • Tempo 30-Zonen in Innenstadtgebieten
  • Absolutes Parkverbot auf fünf Meter vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen
  • Systematische Reduzierung von Parkplätzen
  • Befahren von Einbahnstraßen in entgegengesetzte Richtung
  • Überholverbote durch durchgezogene Linien auf der Straße sollen beim Überholen von Fahrrädern durch Autos in diesem speziellen Fall nicht gelten

Der Clou kommt aber meines Erachtens noch: Frankreich will zudem die Wirkung monetäre Anreizsysteme testen. In einem Test, der auf ein halbes Jahr begrenzt ist, will die Regierung max. 10.000 Arbeitnehmern von 20 Unternehmen die  Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit einer Pauschale i.H.v. 25 Cent versüßen, sollten diese mit dem Rad zurückgelegt werden.

Die französische Regierung will somit die Bürger motivieren, vom Auto aufs Rad umzusteigen und somit der Umwelt, dem eigenen Körper und dem Geldbeutel langfristig etwas Gutes zu tun. Bei erfolgreichem Verlauf des Testes will die Regierung diese Förderung ausweiten.

In der Testphase ist es den teilnehmenden Unternehmen freigestellt, wie sie die Organisation innerhalb des Unternehmens gestalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass falls diese Maßnahme Erfolg hat, die Förderung auch auf eBikes ausgeweitet wird. Die Pauschale i.H.v. 25 Cent wird wohl dagegen ein niedriger ausfallen, weil der Pendler durch einen Hilfsmotor unterstütz wird. Aber rein theoretisch könnte man ja auch mit dem eBike pendeln und ein Fahrrad beim eigenen Unternehmen angeben. Bei entsprechender Betriebsgröße, sollte das möglich sein…

Auf meine Person bezogen, würde dies bei meinem Arbeitsweg von 15 km einen Zuschlag von 75 EUR pro Monat bedeuten. Wenn man jetzt noch die Ersparnis i.H.v. 128 EUR durch die vermiedenen Autokilometer hinzurechnet, habe ich gleich 203 EUR mehr zur freien Verfügung. Aber auch ohne finanziellen Anreiz, werde ich weiterhin mit dem Rad pendeln.

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