Flashmob in Berlin sprühte Radweg-Markierung über Falschparker [Video inside]

Am Freitag, 16.01.15 /13:30 Uhr, sprühte ein Flashmob in Berlin verdeckte Radweg-Markierungen über falschparkende Autos. Unter dem Motto „Aber bitte mit Sahne“, in weißen Bademänteln gekleidet, wurde auf die akute Gefahr für Radfahrer und von Nachahmern, den Stau für Autofahrer sowie die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“ aufmerksam gemacht.

In Berlin sind die Radstreifen der Schlüter-, der Franklin- oder Turmstraße regelmäßig zugeparkt. Das lädt nicht nur zum Nachahmen ein, sondern verdeckt auch die Markierung selbst: Manch gedankenloser Autofahrer könnte meinen, dass es sich hier tatsächlich um eine Parkstraße handelt.

Mit Sprühsahne wurde die Markierung über das Blech illegal parkender Autos nachgemalt, ggf. auch das Fahrradzeichen. Getreu dem Motto „Aber bitte mit Sahne“ und in Memoriam an Udo Jürgens in weißen Bademänteln fand am Freitag an der Schlüterstraße/Berlin ein Flashmob statt. Die Kunstaktion mit Sprühsahne führt nicht zu Sachbeschädigungen.

„Wenn Polizei und Amt zu wenig tun und Gefahr für Radfahrer weiter besteht, kann man nicht einfach abwarten“, so Heinrich Strößenreuther, Initiative clevere Städte. „Markierungen müssen immer gut sichtbar sein, sonst werden Nachahmer zu einer weiteren Gefahr für Radfahrer.“

Durch die Medien, die Aktionen von ADFC und BUND sowie das Falschparker-Posten durch die Wegeheld-App ist die unzumutbare und gefährliche Situation hinreichend bekannt: Appelle helfen offensichtlich kaum, neben Aktionen sind vor allem höhere Bußgeld erforderlich.

Die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“ fordert genau das: Liegen die Bußgelder heute 75% unter EU-Niveau, sollen sie zukünftig auf dieses Niveau von 80 – 130 Euro ansteigen. Namhafte Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden unterstützen die Petition bereits. Durchschnittlich 15 Cent pro Arbeitstag laden förmlich zum Falschparken ein. „Bußgelder in dieser lächerlich geringen Höhe sind eher ein Abzocke-Ärgernis denn abschreckend und verhaltenswirksam. Das gilt auch für viele andere gefährdende Verkehrssünden.“

„Radstreifen über Falschparker mit Sprühsahne nachzumalen, ist bei Gefahr in Verzug ein Mittel der Notwehr. Wichtiger ist, dass die Bußgelder abschreckend wirken. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die seit August 2014 den Bußgeldkatalog überprüft, soll das aufnehmen: Dazu haben wir die Petition gestartet“, so Strößenreuther, Initiator dieser Petition. „Erstaunlich war, wie schnell die Falschparker weg waren, als ob Polizei und Ordnungsamt dort sonst nie auftauchen“.

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