EUROBIKE: ADFC wirbt für mehr politische Unterstützung

Das Fahrrad boomt als urbanes Verkehrsmittel, der Radverkehr nimmt weiter zu, immer mehr Großstädter verzichten ganz auf das Auto – und die Städte gewinnen dadurch an Lebensqualität. Die Politik auf Bundesebene und in vielen Ländern und Kommunen erkennt diesen Trend zur aktiven Mobilität allerdings nur zögerlich und verschärft damit die Probleme zwischen Auto-, Rad- und Fußverkehr. Darauf weist der ADFC aus Anlass der Fahrrad-Leitmesse Eurobike hin.

Deutsche Städte sind zu sehr auf den Autoverkehr ausgerichtet. Die Radinfrastruktur entspricht oft noch dem Stand der Achtzigerjahre und wird dem zunehmenden Radverkehr nicht mehr gerecht. Dadurch entstehen Kapazitätsengpässe, Unfallherde und Frust bei den Verkehrsteilnehmern. Radverkehr braucht mehr Flächen, der vorhandene Raum muss neu verteilt werden.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Jeder Bürgermeister will eine so coole und erfolgreiche Stadt wie Kopenhagen regieren. Wir sagen: Dazu gehört auch Mut. In Kopenhagen hat man den Mut, Parkplätze zu Radwegen umzuwidmen, breite Radspuren anzulegen und kühne Brücken nur für den Radverkehr zu bauen. In Deutschland haben sich bereits einige Regionen aufgemacht, attraktiv für die Menschen und den Radverkehr zu werden. Andere brauchen noch Anschubhilfe. Wir brauchen noch mehr Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die den Radverkehr zur Chefsache machen, ihn engagiert fördern und zum nächsten Pressetermin ganz selbstverständlich mit dem Fahrrad, statt in der dunklen Limousine zu erscheinen.“

Hintergrundinformationen zum ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 145.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrer in Deutschland. Er berät Verbraucher in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Zubehör und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

Gemeinsam mit der AOK führt der ADFC seit über 10 Jahren Deutschlands erfolgreichste Rad-Mitmachkampagne „Mit dem Rad zur Arbeit“ durch, an der sich jährlich über 170.000 Menschen beteiligen. Mit dem „Fahrradklima-Test“ und dem „Fahrrad-Monitor“ legt der ADFC regelmäßig wichtige Branchendaten zum Radverkehr in Deutschland vor.

Die Förderung des Radtourismus in Deutschland ist ein weiteres wichtiges Ziel. 52 Radfernwege mit einer Länge von über 16.000 Kilometern hat der ADFC als Qualitätsradrouten zertifiziert. Im Bett+Bike-Verzeichnis und der Online-Datenbank www.bettundbike.de finden Radtouristen  5.500 fahrradfreundliche Gastbetriebe. Die jährlich erscheinende ADFC-Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“ stellt über 180 ausgewählte Radrouten vor. ADFC-Tourenleiter in ganz Deutschland boten 2013 über 18.000 geführte Touren für 220.000 Teilnehmer an.

ADFC-Mitglieder erhalten exklusiv das Mitgliedermagazin Radwelt. Sie profitieren neben einer Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung von vielen weiteren Vorteilen, beispielsweise beim Bezug von Ökostrom, bei den Fahrradverleihsystemen nextbike und Call a Bike, beim Flinkster-Carsharing, bei Radreiseanbietern und seit Neuestem auch beim Fernbuslinienbetreiber MeinFernbus. Nähere Informationen auf www.adfc.de/mitglieder.

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