eLastenrad – die Sache mit dem Schlingern

Der Boom der Lastenräder ist besonders in den größeren Städten in Deutschland zu spüren. Ob nun Berlin oder Hamburg, immer mehr Familien und auch Gewerbetreibende machen die Renaissance des Lastenrades zu ihrer Passion. Ist es ja auch praktisch, die Multifunktionalität eines Lastenrades mit den Vorteilen des Fahrrades zu kombinieren. Gerade die Long John Varianten setzen da noch besondere Akzente gegenüber ihren dreirädrigen Geschwistern. Komme ich doch mit einem Long John überall durch, wo auch ein normales Rad durchpasst.

Dennoch gibt es Besonderheiten. Aufgrund der hohen Gewichte eines Lastenrades im Einsatz hat sich die motorisierte Variante bewährt. Bei 40-100 kg Fahrzeuggewicht ist dieses selbst in relativ flachen Gebieten wie in Hamburg ein Segen.

Mit der Motorisierung sind aber auch höhere Fahrdynamiken zu erwarten. Und gerade dort wird es tricky. Bei Geschwindigkeiten von  20 km/h und mehr kann sich das Vorderrad aufschaukeln. Dies ist der Physik geschuldet, so dass das vordere Rad weniger Gewicht zugeteilt bekommt als das Hinterrad und gleichzeitig beim Mittel-oder Heckmotor geschoben wird. Dieses ,,Aufschaukeln“ kann zu absolut gefährlichen Momenten führen, wo das Fahrzeug nicht mehr beherrschbar ist.

Abhilfe kann hier ein Lenkungsdämpfer bringen, der in den Steuersatz des Vorderrades integriert wird. Oder aber gleich auf den Vorderradantrieb setzen. Diese sorgt dafür dass die ,,Fuhre“ gezogen wird und dadurch das Geradeausverhalten um Längen besser ist.

Mit einem extra so eingerüstetem Lastenrad hat die Firma WattRad aus Hamburg überraschend gute Erfahrungen gemacht.

Dabei gibt es zusätzlich sogar noch die Wahl zwischen einer drehmomentoptimierten Motorauslegung und einer geschwindigkeitsoptimierten Variante. Somit können verschiedene Nutzergruppen ihre eigene Charakteristik des Fahrzeugs bekommen.

Lastenrad Urban Arrow mit Frontantrieb

Als nächstes sind dann noch die Bremsen zu überdenken. Immer noch gibt es Rollenbremsmodelle. Die alte Technik ist den höheren Geschwindigkeiten und Verzögerungserfordernissen von E-Lastenrädern aber kaum gewachsen. Deshalb gehen wir grundsätzlich von einer Scheibenbremsanlage aus, die individuell mit dem Kunden nach seinem Transportprofil bestimmt wird.

Fazit: Ein Lastenrad ist ein sehr vielseitiges Fahrzeug. Auch und gerade deswegen sollten Interessenten ihre Bedürfnisse und Erwartungen an die Nutzung sehr konkret mit ihrem Händler abstimmen und nicht 0815 Varianten als Kompromiss wählen.

Autor: Ralph Wegner (Infos zum Autor)
Bild: WattRad

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