EcoHelmet – Ein Fahrradhelm aus Papier?

Der EcoHelmet ist ein Fahrradhelm aus Papier, der in diesem Jahr mit dem James-Dyson-Award ausgezeichnet wurde. Er erfüllt die Crash-Anforderungen und passt zusammengefaltet in jeden Rucksack. Der Fokus liegt auf Nutzer von Bike-Sharing-Stationen.

Ecohelmet - ein Fahrradhelm aus Papier

Mit dem James-Dyson-Award werden seit 2007 jährlich die besten Problemlösungsideen von Studierenden gekürt. In der Vergangenheit wurde auch schon „FONTUS, die selbstauffüllende Trinkflasche“ mit dem Award ausgezeichnet. In diesem Jahr geht der mit umgerechnet 40.000 Euro dotierte Preis an die New Yorkerin Isis Schiffer, die einen zusammenfaltbaren Fahrradhelm namens EcoHelmet entwickelt hat. Die Zielgruppe: Nutzer von Bike-Sharing-Angeboten.

Der Papierhelm funktioniert so wie traditionelle Helme: Die Zellstruktur aus wasserdichtem Recyclingpapier verteilt den Druck beim Aufprall gleichmäßig auf dem Kopf. Das spezielle Honig-Waben-Design trägt dazu bei, dass der Träger von allen Seiten vor Stößen geschützt wird. Die Oberfläche des Helms ist mit einer biologisch abbaubare Schicht versehen, die Regen bis zu vier Stunden lang abweisen kann.

Der EcoHelmet wird nach den US-amerikanischen und europäischen Normen zertifiziert sein. In den USA wird der Helm dem Standard des US Consumer Produkt Safety Standart (CPSC) entsprechen, in Europe der Prüfnorm EN 1078. Die CPSC-Norm ist der europäischen Norm angeglichen.

Ecohelmet - ein Fahrradhelm aus Papier

Helm-Designerin Isis Schiffer sagt zu ihrer Idee: „Ich hatte das Glück, ein Semester am Royal College of Art und am Imperial College of London studieren zu können, und erhielt Zugang zum Crashtest-Labor des Imperial College of London. Dort gab es einen Helm-Crashtestaufbau nach Euronorm, der mir ermöglichte, genügend Daten zur Wabenkonstruktion des EcoHelmet zu sammeln. Und herauszufinden, ob sie rentabel ist und es sich lohnt, sie zu entwickeln“.

Ecohelmet - ein Fahrradhelm aus Papier

Gerade bei Fahrrad- und eBike-Verleihstationen hat man sich schon immer Gedanken gemacht, wie man den Helm zum Nutzer bringt. Hierbei haben sich verschiedene mehr oder weniger aufwendige Konzepte etabliert. Der EcoHelmet ist gerade für diese Art der Mobilität ideal: klein, günstig und recyclebar. Wenn er nicht benötigt wird, findet er zusammengefaltet in jedem Rucksack Platz.

Normale Styropor-Fahrradhelme benötigen über 500 Jahre, bis sie zersetzt sind. Der EcoHelmet kann immer wieder in die Herstellung von neuen Helmen einfließen.

Verkauft werden soll der EcoHelmet in Automaten, die neben Fahrradleihstationen stehen sollen. Der Kostenpunkt soll bei unter fünf Euro liegen, ein Bruchteil von herkömmlichen Helmen. Mit einem Indikator auf dem EcoHelmet soll dem Träger angezeigt werden, wann er recycelt und gegen einen neuen ausgetauscht werden muss.

Für ihre Idee hat die Designerin Isis Schiffer mit dem James-Dyson-Award ein Preisgeld in von 40.000 Euro gewonnen. Mit diesem Geld soll der Helm weiterentwickelt und Anfang 2017 als Pilotprojekt in New York vorgestellt werden.

Bilder: EcoHelmet

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