Das Märchen vom unsportlichen E-Bike – Ein Selbstversuch

Seit ein paar Monaten hat sich im Alltag von Ioannis von Greenfinder.de Einiges verändert: Er hat sein Auto durch ein E-Bike ersetzt. Seine Erfahrungen will er uns nun kundtun.

Ioannis von Greenfinder mit seinem Coboc

Ioannis von Greenfinder mit seinem Coboc

Als Betreiber des größten, unabhängigen Vergleichsportals für E-Bikes konnte ich nicht länger ruhigen Gewissens ein SUV der Kategorie „Schlachtschiff“ fahren. Auch wenn ich mein Auto gerne gefahren bin, es war sehr bequem, sportlich und einfach toll; die damit verbundene Umweltverschmutzung und die Unwirtschaftlichkeit haben mich letztlich dazu bewegt, es zu verkaufen. Dies stellte sich als eine der besten Entscheidungen in diesem Jahr heraus. Nun fahre ich also jeden Tag Fahrrad, genauer: ein E-Bike aus der Heidelberger Design-Manufaktur Coboc. Wie es dazu kam, möchte ich hier beschreiben.

Mit dem Coboc eCycle zur Arbeit

Das Unternehmen Greenfinder wurde zwar in Heidelberg gegründet, die Firma ist jedoch nach Bammental umgezogen und der einfache Weg zur Arbeit hat sich damit auf insgesamt 20 Kilometer verlängert. Mit dem Auto habe ich dafür ca. 30-35 Minuten benötigt, manchmal ein wenig mehr. Während dieser Zeit habe ich auf der Strecke zwischen meinem Wohnort und dem Büro immer wieder festgestellt, dass es erstaunlich viele Menschen gibt, die sich bei Wind und Wetter aufs Fahrrad schwingen und mitunter täglich auch längere Strecken zur Arbeit zurücklegen. Jüngere und Ältere Radler, neuere und ältere Bikes, alles war dabei. Als Autofahrer nimmt man das eigentlich nicht so bewusst wahr, da man mehr auf andere Autos achtet, als auf Radfahrer. Vermutlich ist es mir aufgrund der schönen Strecke entlang des Neckar und dem nervigen Stop-and-Go Verkehr aufgefallen. Nachdem ich die Strecke ein paar Monate mit dem Auto gefahren war, habe ich mich entschieden, das auch einmal zu versuchen. Was kann schon so schwer sein, 20 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit zu fahren? Ich habe ja ein E-Bike mit einer Reichweite von 80 Kilometern, das reicht locker für hin und zurück und anstrengend kann es auch nicht sein. Dachte ich.

Deutliche Steigerung der Fitness mit E-Bike

Die ersten Fahrten kamen mir endlos vor, ich musste mich erst einmal an die frühmorgendliche Sporteinlage gewöhnen. Wer lange nicht auf dem Rad saß, dem tut zuerst einmal der Hintern weh. Man kommt sich wie ein blutiger Anfänger vor. Glücklicherweise merkt das niemand, denn man ist dank E-Bike-Unterstützung ja immer der Schnellste. Als pendelnder Radfahrer nimmt man völlig anders am Stadtverkehr teil, unterm Strich ist es eine deutliche Verbesserung zum Autofahren. Zugegeben, das Wetter hat einen größeren Einfluss als vorher, doch mit entsprechender Kleidung ist das überhaupt kein Problem. Alles andere sind Ausreden. Nachdem ich also ein paar Mal zur Arbeit und zurück geradelt bin, konnte ich feststellen, dass Oberschenkel und Waden trotz E-Bike Motor merklich fester wurden. Es ist zwar richtig, dass ein E-Bike oder Pedelec den Fahrer unterstützt, allerdings muss man immer noch selbst in die Pedale treten. Anfangs bin ich in der stärksten Unterstützungsstufe gefahren, zum „Reinkommen“. Heute versuche ich, mit der niedrigsten Stufe die Reichweite auf über 100 Kilometer zu erweitern.

E-Bike lohnt nicht nur für Senioren

Als Büromensch fehlte mir die täglich Bewegung und als klassische Karteileiche im Fitnessstudio müsste ich viel mehr Sport machen… aber wer kennt das nicht. Daher war ich positiv überrascht, als ich auch beim Treppensteigen oder beim Tanzen eine verbesserte Kondition verzeichnen konnte. Und das, obwohl ich in meiner Freiziet jedes Jahr mindestens 4 Mal Bergsteigen gehe. Die Freude über die neugewonnene Fitness hat mich so motiviert, dass aus den anfänglichen Testfahrten eine tägliche Routine wurde. Damit nicht genug: am Wochenende besuche ich meine Familie mit dem Rad, 30 Kilometer und mehr sind kein Hindernis mehr. Hätte man mir das letztes Jahr erzählt, ich hätte nur ungläubig geschaut.

Heute fahre ich nur noch E-Bike und Bahn

Für die 20 Kilometer ins Greenfinder-Office benötige ich zwischen 40 und 45 Minuten, also ungefähr 10 Minuten länger als mit dem Auto. Wenn ich abends nach Hause komme, habe ich meine tägliche Dosis Sport schon inklusive und kann mich ruhigen Gewissens auf die Couch werfen. Insgesamt war der Selbstversuch, mit dem E-Bike zur Arbeit zu fahren, eine unerwartete Bereicherung für mein Leben. Ende September habe ich dann mein Auto verkauft, es stand nur noch rum. Wer nicht ganz so konsequent sein kann oder will, der kann sich ja auch mal Gedanken über ein E-Bike Leasing machen.

Der Winter ist für E-Bikes kein Problem

Menschen suchen häufig den bequemsten Weg, so auch ich. Als es kälter wurde und öfter regnete als zuvor, habe ich die altbekannten Ausreden hervorgeholt: zu kalt, zu nass, ich fahre mit der Bahn. Aus der fahrenden S-Bahn konnte ich noch immer zahlreiche Radfahrer auf den Straßen sehen und war erneut angestachelt. Was soll auch so schwer sein daran, wenn man sich bewegt, bleibt man warm und mit Mütze, Handschuhen und Beleuchtung dürfte es ja kein Problem sein. Und so fahre ich auch im Winter mit meinem Coboc zur Arbeit, warum auch nicht. Die Diskussionen über die Haltbarkeit von Akkus bei Kälte kann ich nicht nachvollziehen. Ja, sie verringert sich. Nein, es macht sich nicht bemerkbar, da man ja keine 100 Kilometer pro Tag mit dem E-Bike pendelt. Solange man sein Rad gut pflegt und mit Beleuchtung fährt, ist auch der Winter dein Freund.

E-Bikes bringen den Spaß am Radfahren zurück

Früher sind wir alle oft Fahrrad gefahren: zur Schule, ins Freibad, zum Sport, in die Uni, zu Freunden. Die Bequemlichkeit ist zu unserem größten Schweinehund geworden und lässt uns ins Auto steigen, wo wir eigentlich mit dem Rad viel schneller und entspannter ankommen. Und wenn es mal wie aus Kübeln schüttet, dann gibt es noch immer die gute alte Bahn, in der man meist ohne Probleme seine Rad mitnehmen kann. Genervt hat mich dabei immer nur das Ticket-kaufen aber mittlerweile hat jeder größere Verkehrsverbund eine Ticket-App und man kann ohne lästiges Automaten-Anstehen direkt in Bus oder Bahn steigen. Natürlich gibt es auch immer noch viele „Schon-Immer-Radfahrer“, die nie aufgehört haben, ihren Drahtesel zu bewegen. Für mich jedoch war das E-Bike der Wiedereinstieg in eine völlig unterschätzte Art der Fortbewegung und ich kann mir vorstellen, dass viele meiner Freunde, Verwandten und Kollegen nun auch darüber nachdenken, das einmal auszuprobieren.

Vorteile E-Bike Pendeln

  • Geringe Hemmschwelle da „eingebauter Rückenwind“
  • Tägliche Bewegung garantiert, gesundheitsfördernd
  • Bessere Wahrnehmung der Umwelt
  • Hohe Einsparungen an Kosten (€ 400 und mehr)
  • Verbesserung der Fitness, Kondition
  • Verringerung Umweltverschmutzung
  • Schnellere Fortbewegung (Stadt oder Strecken unter 5 km)

Nachteile

  • Wetterfeste Kleidung im Winter benötigt
  • Man benötigt einen Rucksack zum Transport kleiner Dinge

Wer noch nie auf einem E-Bike saß, der sollte das dringend nachholen. Erst im großen E-Bike Vergleich nach einem passenden Modell suchen und vergleichen – dann im großen Händlerportal von Greenfinder aus knapp 2.000 E-Bike Händlern den passenden in der Nähe finden. Einfach eine Probefahrt vereinbaren und sich selbst ein Bild machen. Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen.

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